Monatsrückblick – oder über den Beginn einer inneren Reise

Als ich Ende Januar endlich meine Lieblingsgewürze in Rosi verstaute und meine gesamte Kleidung in die Schränke verräumte, das Bett bezog und die letzte Deko anbrachte, erschien der Einzug in den Bus mir so nah und so fern zugleich, dass ich gar keine richtigen Emotionen spürte. Ein halbes Jahr hatte ich an Rosi gearbeitet und das Arbeiten an ihr und vor allem in ihr war zur Routine geworden. Dass es in ein paar Tagen los gehen würde und ich den Bus bald nicht mehr bloß als Fahrzeug, sondern ziemlich schnell als mein zu Hause begreifen würde, ahnte ich da noch nicht. 

Wir machten uns auf die Reise
Das erste Ziel unserer Reise war der Schwarzwald
Erstes Ziel: Der Schwarzwald!

Es ging los. Und wie so häufig war ich relativ unvorbereitet. Mir war zwar klar, dass es schon irgendwie immer irgendwo eine Toilette gibt. Dass man nur kreativ sein muss, um seine tägliche Hygiene auch ohne eigenes Badezimmer nicht zu vernachlässigen. Und dass Holz für meinen Ofen ja potenziell überall herumliegt – denn wo Wald ist, ist auch Holz, nicht wahr?

Vorgestellt hatte ich es mir ohnehin alles als romantisches Abenteuer. Einmal damit begonnen, sind eventuelle Rückschläge bestimmt gut zu verkraften. Schließlich stimmt ja das Drumherum und wenn die Sonne nur genug scheint, erscheinen Probleme mit Sicherheit gleich viel kleiner. 

Das theoretische Wissen über das Wie und Wo des Vanlife reichte mir aus – schließlich hatte ich ja in unzähligen Videos und Blogs davon gehört und gelesen. Und so stürzte ich mich ohne praktische Erfahrung über das Campen im Allgemeinen und das Leben im Bus im Besonderen einfach hinein in mein neues Leben. Das Leben auf Rädern.

Dann die Frage: Was macht das eigentlich mit mir?
Unser erstes Ziel war das spanische Meer
Erstes Ziel: spanisches Meer!

Ruhe. Das war es, was ich mir von diesem Leben erhoffte. Aber selbst als ich schon drei Wochen mit meiner Rosi unterwegs und Spanien schon erreicht hatte, stellte ich fest: In meinem Kopf tobte immer noch eine Affenbande. Probleme waren immer noch Probleme und nur weil nun tatsächlich die Sonne auf sie schien, hatten sie nicht plötzlich eine andere Gestalt angenommen.

Und so saß ich da, grübelte während die Räder rollten, sitze jetzt hier und spüre was mir rational natürlich längst bewusst war: Je länger ich auf dieser Reise bin, desto klarer wird mir, dass sich Probleme nicht an Landesgrenzen abstreifen lassen. Und Zufriedenheit stellt sich nicht bloß durch atemberaubende Landschaften oder bunte Sonnenuntergänge ein.

Aufräumen mit einem Mythos
Wir sind angekommen!

Dieser Mythos schwirrt aber trotzdem irgendwie herum. Das Leben im Bus ist leicht – du steigst ein und wirst ein neuer Mensch. Es ist weder so einfach, noch so schwierig, wie man es zwischen den Zeilen vielleicht lesen könnte. Neben der physischen ist es eben auch eine psychische Reise, bei der ich ziemlich viel lerne, vor allem über mich selbst. Und damit lässt sich was anfangen. Die Reise bringt Veränderung. Aber diese Reise bringt auch neue Freunde, Spaß und ja, auch Abenteuer. Bloß geht das eine nicht ohne des andere!

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